6. Januar 2020
 

Deutscher Drehbuchpreis 2020 - Kulturstaatsministerin Monika Grütters gibt Nominierungen bekannt

Autor: VDD

Die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, hat am 30.12.2019 die Nominierungen für den Deutschen Drehbuchpreis 2020 für das beste unverfilmte Drehbuch bekannt gegeben.

Wir gratulieren den nominierten Autorinnen und Autoren freuen uns auf die Preisverleihung durch die Staatsministerin auf dem VDD-Empfang am 21. Februar 2020 anlässlich der Berlinale. Sebastian Andrae, Drehbuchautor (Magda macht das schon) und geschäftsführender VDD-Vorstand, wird die Preisverleihung wieder moderieren.

Hier der weitere Text der PM der BKM im Wortlaut:

Monika Grütters sagte: „Ein gutes Drehbuch ist das Fundament für einen erfolgreichen Film. Wir brauchen mutige und mitreißende Stoffe für die große Kinoleinwand, die bewegen und begeistern. Daher unterstützen wir kreative und talentierte Drehbuchautorinnen und Drehbuchautoren mit dem Deutschen Drehbuchpreis, um ihre großartige künstlerische Arbeit angemessen zu würdigen und zu fördern.“

Um herausragende Leistungen auf dem Gebiet des Drehbuchschreibens zu ehren, vergibt die Kulturstaatsministerin den Deutschen Drehbuchpreis auf Vorschlag einer unabhängigen Fachjury. Die Jury begründete ihre Entscheidung für die drei Nominierungen wie folgt:

1. „Fluchten“ von Ariane und Frank Zeller

Vier Frauen begeben sich auf die Suche nach der Vergangenheit. Urgroßmutter, Großmutter, Mutter und Tochter reisen zu jenem Ort in Polen, aus dem die Familie 1945 vertrieben wurde. Mit jedem Kilometer, den sie diesem Ort näherkommen, erfahren wir mehr über das Leben der vier Frauen, über ihre Rollen als Mütter und als Töchter. Und wir erleben auf subtile, berührende Weise mit, wie ein traumatisches Erlebnis das nächste gebiert und eine Angst vor Nähe erzeugt, die ungewollt über die Generationen weitervererbt wird. Am Ende entlässt uns das einfühlsame Buch von Arianne und Frank Zeller mit der Hoffnung, dass mit dem Ende des Schweigens, das auf diesen Frauenschicksalen lastete, auch die Mauer in den Seelen durchbrochen sein könnte.

2. „Sie glauben an Engel, Herr Drowak?” von Bettina Gundermann und Pascal Nothdurft

Drowak ist ein stinkender, heruntergekommener alter Mann. Er schmeißt Pissbomben auf die Straße, um Leute gezielt zu treffen und auf obszöne Art zu beleidigen. Da muss schon eine unverschämt quecksilbrige Person wie Lena kommen, um diesen Widerling zu knacken. Nein, kein schlichter Lernprozess, keine einfache Läuterung, es ist die rabiate und zugleich zarte Geschichte einer Annäherung. Lena ist so hemmungslos offen und sozial, dass sie es schafft, Hugo Drowaks Talent freizusetzen. Der Kerl kann schreiben, ohne Schmus, zum Weinen schön. Wir beginnen ihn langsam zu verstehen. Und Lena? Auch sie blättert nach und nach ihre Zwiebelschalen auf und lässt uns in die Tiefe gucken. Bettina Gundermann und Pascal Nothdurft haben ein tragisch-komisches Buch mit saftigen Figuren geschrieben, das sich vor dem Extrem nicht fürchtet und gerade deshalb so liebenswert ist.             

3. „Meinen Hass bekommt ihr nicht“ von Jan Braren, Marc Blöbaum und Kilian Riedhoff (nach dem Roman „Vous n’aurez pa ma haine“ von Antoine Leiris)

Hélène verabschiedet sich zum Konzert, Antoine bleibt zuhause mit dem kleinen Sohn Melvil. Ein ganz normaler Abend im Leben einer jungen Familie in Paris, der alles verändern wird. „Meinen Hass bekommt ihr nicht“ adaptiert die assoziativ geschriebenen, gleichnamigen Schilderungen von Antoine Leiris, der beim Anschlag auf den Konzertsaal Le Bataclan seine Frau Hélène verlor. Das Drehbuch übersetzt die poetische Vorlage gekonnt ins Dramatische. Dabei findet es filmisch bewegende Handlungen und Bilder für die Gefühlswelt von Leiris. Zwischen Überforderung und Trauer ringt er um Haltung, auch im Umgang mit Melvil. Den Autoren gelingt es, die Tonalität der Vorlage mit den ganz eigenen Mitteln des Filmes zum Klingen zu bringen. Die Tragik des Geschehens wird auf eine tiefe Weise spürbar; die menschliche Botschaft von Leiris überzeugt umso mehr.

Mit dem Deutschen Drehbuchpreis vergibt die BKM die wichtigste und höchstdotierte nationale Auszeichnung für Drehbuchautorinnen und -autoren. Mit der Nominierung ist eine Prämie von 5.000 Euro verbunden. Am 21. Februar 2020 wird die Kulturstaatsministerin im Rahmen des Empfangs des Verbands Deutscher Drehbuchautoren anlässlich der Berlinale die Träger des Deutschen Drehbuchpreises 2020 bekannt geben. Der Drehbuchpreis in Gold ist mit einer Prämie in Höhe von 10.000 Euro verbunden. Darüber hinaus ist es dem Preisträger in Gold auf Antrag möglich, über die Preisprämie hinaus Förderhilfen von bis zu 20.000 Euro für die Fortentwicklung des ausgezeichneten Drehbuchs zu erhalten.

Die Jury entschied in der Zusammensetzung Jane Ainscough, Jens Becker, Florian Eichinger, Eva Maria Fahmüller, Sven Poser und Heide Schwochow.

Die PM im Original finden Sie hier.