26. Juni 2018
 

Eine Erneuerung des deutschen Films – nur mit denen, die ihn schreiben!

Autor: VDD

Replik auf Carlo Chatrian, designierter künstlerischer Leiter der Berlinale

Berlin, 26.6.2018 Noch nicht im Amt, macht der designierte künstlerische Leiter der Berlinale Carlo Chatrian schon den ersten groben Fehler. Immerhin, er steht damit nicht allein. Eine „Erneuerung des deutschen Regisseurs“ nimmt er sich vor und formuliert damit im „Hollywood Reporter“ eine Heilserwartung, die dem heimischen Kino wenig helfen wird.

Denn genau das lehren die Filmhochschulen seit Jahrzehnten ihre Absolventen der Regieklassen: Ihr allein macht das Kino! Und lässt sie damit im Kino ziemlich allein. Die systematische Vernachlässigung des Erzählens und der Erzähler, also der Autorinnen und Autoren, hat dem deutschen Film mehr geschadet als alles andere, hat ihn Zuspruch gekostet und Zuschauer.

Ein Neuanfang muss den Ideengebern und Stoffentdeckern nicht nur in den Festivalkatalogen endlich den gebührenden Platz einräumen, sondern auch auf Premieren und vor allem in der Auseinandersetzung darüber, was der Kinofilm heute und morgen noch sein kann. Gut entwickelte Drehbücher sind die Grundlage erfolgreicher Kinofilme, an der Kasse oder auf Festivals. Auch Autoren sind Filmemacher, und als solche begrüßen sie im Verband deutscher Drehbuchautoren Carlo Chatrian und sein Vorhaben, „neue Stimmen im deutschen Kino zu finden“. Er hat mehr Auswahl als er womöglich dachte.

 

Sebastian Andrae  

Geschäftsführender Vorstand des Verbands Deutscher Drehbuchautoren (VDD)

 

Das Pressestatement finden Sie auch als PDF im Anhang.