27. November 2019
Archiv 
 

Auf einen Besuch in der VDD-Geschäftsstelle...Hartmann Schmige mit Gedächtnis im Gepäck

VDD-Gründungs- und Ehrenmitglied Hartmann Schmige übergibt dem VDD seine gesammelten Akten aus der Gründungszeit des Verbands

Vorbemerkung: Dieser Artikel stammt aus dem November 2017 und hat es damals aus unerfindlichen Gründen, die mit dem CMS unserer Homepage oder einer Abstimmungslücke in der Vielzahl der Tätigkeiten der Geschäftsstelle liegen mögen, offenbar nicht zur fest geplanten Veröffentlichung geschafft. Jedenfalls ist der Artikel online unauffindbar.

In dem Artikel geht es um Unterlagen aus den Anfängen des VDD, der so zu seiner Anfangszeit noch nicht hieß. Die späte Veröffentlichung verbindet sich einem aktuellen Aufruf:

Wir suchen Mitglieder, die Interesse haben, im Sinne einer konkreten Geschichtsschreibung des VDD die im Artikel erwähnten Gründungsunterlagen über die Anfänge des Verbandes aufzuarbeiten. Interessierte können sich jederzeit gerne an die Geschäftsstelle wenden.

Und natürlich möchten wir nochmals Hartmann Schmige für seinen Einsatz danken – mehr dazu in folgenden Text aus der Unmittelbarkeit des Jahres 2017:

Hartmann Schmige, VDD-Gründungs und Ehrenmitglied, kam am 10. November 2017 mit seinem elegant-sportlichen Wagen vorgefahren, um der Geschäftsstelle des VDD sorgfältig vorsortierte Akten aus der Gründungszeit des VDD zu übergeben – darunter Protokolle der konstituierenden Sitzung des Verbandes, Schreiben vom Amtsgericht sowie Protokolle zur ersten Vorstandswahl und den Vorstandssitzungen der 80er und 90er-Jahre.

Da es in der Gründungszeit und in den ersten Jahren des Verbandes noch keine unabhängige Geschäftsstelle gab, sind historische Dokumente bisher z. T. in Privatarchiven gelagert worden.

In einem Protokoll einer Sitzung zur Lage der Drehbuchautoren -  im Literarischen Colloquium Berlin vom 4. April 1986 -  heißt es: „Ziel der Versammlung war (…), über das bloße Konstatieren der Misere hinauszukommen und Möglichkeiten der Verbesserung zu erörtern.“

Ein Motto, das bis heute für die Arbeit des schließlich am 16. Dezember 1986 zunächst unter dem Namen Arbeitsgemeinschaft der Drehbuchautoren e.V (AGD) gegründeten Verbands gewisse Gültigkeit hat. Nur dass wir nicht mehr Möglichkeiten der Verbesserung erörtern, sondern inzwischen an den politischen Schaltstellen wirken und an den Tischen sitzen, an denen wir Einfluss auf die Gestaltung der beruflichen Rahmenbedingungen für Drehbuchautorinnen und –autoren nehmen können.

Wir freuen uns sehr, die historischen Dokumente jetzt in der Geschäftsstelle zu haben und auswerten zu können. Herzlichen Dank an Hartmann Schmige für seine archivarische Leistung und das Aufbereiten der Unterlagen!

Der Verband kann sich somit weiter antizyklisch entwickeln – je mehr er an Jahren gewinnt, umso aktiver und schlagkräftiger wird er und umso mehr Gedächtnis gewinnt er hinzu. Und auch die Mitgliederzahlen sind seit Gründung erheblich gestiegen.

Hartmann Schmige bei der Übergabe der VDD-Gründungsunterlagen im November 2017. Foto: VDD

Hartmann Schmige war auch Mitglied im Gründungsvorstand und blieb im Vorstand bis zum Jahr 1999. Im Gespräch stellte sich heraus, dass sich die Anforderungen an die Vorstandsarbeit seit Gründung des Verbandes deutlich geändert haben.

Durch den Wandel des Berufsbilds, des TV- und Film-Marktes und insbesondere durch die mit der Urheberrechtsreform im Jahr 2002 neu gewonnenen rechtlichen Möglichkeiten des VDD, stellvertretend für die in Deutschland arbeitenden Drehbuchautorinnen und –autoren Honorarrahmen mit den Sendern zu verhandeln, wurde eine zunehmende Professionalisierung  und Politisierung der Vorstandsarbeit notwendig. Über die Jahrzehnte haben sich immer mehr Aufgabenfelder ausdifferenziert, die den ehrenamtlichen Vorständen – hauptberufliche Autorinnen und Autoren -  immer mehr Zeit, mehr Kenntnisse und mehr Arbeitsteilung abverlangen.

Ein wichtiges Thema, das Hartmann Schmige seit Gründung des Verbands beschäftigt hat und das heute wieder sehr virulent wird, ist die Nennung der Drehbuchautoren - ein Thema, das der aktuelle VDD-Vorstand nicht nur auf politischen Panels, zuletzt beim Filmfest München, sondern auch konkret in den Verhandlungen mit den Sendern vorantreibt.

(Anm. d. Autors: dies ist der Stand wohlgemerkt vom Herbst 2017 – inzwischen gibt es diesbezüglich die von der ARD 2018 verabschiedete Nennungsregelungen im Zusammenhang mit der GVR VDD ARD / Degeto / PA und die Grundsätze für eine faire Zusammenarbeit mit dem ZDF aus 2019)

Wer noch etwas mehr über die Gründungszeit des VDD erfahren möchte, findet dazu

das Spotlight „Wie die Vase von Tante Lilli kaputt ging und ich Gründungsmitglied des VDD wurde“ von Hartmann Schmige

http://www.drehbuchautoren.de/journal/2017-05-26/spotlight-1-wie-die-vase-von-tante-lilli-kaputt-ging-und-ich-gruendungsmitglied

sowie unter Stichwort Drehbuch einen Podcast mit Gründungs- und Ehrenmitglied Jochen Brunow

http://www.drehbuchautoren.de/podcast/2016-02-18/jochen-brunow

 

Jan Herchenröder

VDD Geschäftsführung