21. Januar 2019
 

Vom „Tatort“ zur AfD. Ein Diskussionsbeitrag von Frank Zeller

Autor: Frank Zeller 

Die Krimiwüste im Fernsehen hinterlässt Spuren im kollektiven Bewusstsein

Der folgende Text von VDD-Mitglied und Stichwort Drehbuch-Macher Frank Zeller erschien in einer gekürzten Fassung am 5.1.2019 in der Süddeutschen Zeitung und hat auf der VDD-facebook-Seite Diskussionen ausgelöst. Mit herzlichen Dank an Frank Zeller veröffentlichen wir die Langfassung seines Textes im VDD Journal.

Die Tote hinter den Dünen, der Tote im Watt, Tod am Nachmittag oder am Abend. Kein Zweifel, wir sind beim ZDF. Die Pressestelle des Hauses gibt Woche für Woche unermüdlich den Drehbeginn immer neuer Staffeln von Polizeikrimis bekannt. Nach einer Rechnung des Journalisten Glenn Riedmeier ereigneten sich im Jahr 2015 allein im Programm des ZDF inklusive ZDFneo über viereinhalbtausend Morde, während die langweilige Wirklichkeit draußen im Lande nicht mal ein Zehntel davon aufweisen konnte: weniger als dreihundert tatsächliche Mordfälle gab es in ganz Deutschland. Wenn man sämtliche Tötungsdelikte einbezieht kommt man auf 565. Aber auf Realität kommt es gar nicht an. Mordermittlungen sind hier eine Erzählkonvention, so ähnlich wie die Existenz böser Feen im Märchen. 

Auch in der ARD wird mit ähnlichem Fleiß gewaltsam gestorben. Im Wettlauf um hohe Einschaltquoten, die sie aus unerfindlichen Gründen für ihre Existenzberechtigung halten, setzen die Sender unablässig auf die Spannungsdramaturgie der Krimiformate. Für das Flaggschiff, den Tatort, ist seit Jahrzehnten der beste Sendeplatz der Woche reserviert. Jede Folge ist Medienthema. Der Spiegel unterzog lange Zeit die Handlung gar einem bedeutungsvollen „Realitätscheck.“ Auch wenn das ganze System Züge einer Wahnwelt trägt, bei den Details ist man dann doch pingelig.

Was sagt das eigentlich aus über eine Gesellschaft? Siegfried Kracauer, einer der großen Intellektuellen der Weimarer Republik, analysierte in seiner berühmten Studie „Von Caligari zu Hitler“ retrospektiv die deutsche Filmlandschaft zwischen den Weltkriegen. Kino war das Massenmedium der Weimarer Zeit, mit ähnlich breiter Wirkung wie aktuell das Fernsehen. Kracauer interessierte sich für die psychologischen Strömungen innerhalb der deutschen Gesellschaft, die sich in den Filmen der Zeit spiegelten und die das böse Ende bereits vorausahnen liessen. „Das Cabinet des Dr. Caligari“ steht für den Anfang dieser künstlerisch herausragenden Epoche des deutschen Films, ein Werk, das die Tyrannei kritisiert, obwohl es gleichzeitig von ihr als Thema besessen scheint. Bis zur Machtergreifung der Nazis folgten etwa 15 Jahre, in denen sich das deutsche Kino beinahe obsessiv mit ständig wiederkehrenden Motiven beschäftigte.

Kracauer stellte fest, dass sich vor allem die neu entstehende Mittelklasse in einem grundlegenden Dilemma befand. Ihre Seele wurde „zwischen Tyrannei und Chaos hin und her gezerrt,“ schreibt er. Das Bürgertum, vom preußischen Untertanenstaat geprägt, fürchtete nach dem Krieg zwar die Wiederkehr der Schrecken, in die der Wilhelminismus geführt hatte. Doch man konnte sich keine andere Alternative als den Ausbruch des Chaos vorstellen. Auch klammerte man sich an eigene Privilegien und sperrte sich gegen gesellschaftliche Umwälzungen. Als erzählerischer Ausweg fand sich eine infantile Verklärung des Alten Fritz als „gutem“ Herrscher in einer langen Reihe von „Fridericus“-Filmen. Auf der anderen Seite stand die düstere Faszination für Wahn getriebene, genialische Herrenmenschen wie „Dr. Caligari,“ „Homunculus“ oder „Nosferatu.“ Das Leben der einfachen Bürger hingegen erschien stets als vom übermächtigen Schicksal gesteuert, das dem Einzelnen keinen Raum liess und ihn gleichzeitig seiner Eigenverantwortung enthob. Das Chaos erschien in Form unbeherrschbarer Triebe, die Unheil mit sich brachten und in Todessehnsucht und Untergangsphantasien mündeten. Am Ende stand tragisches Scheitern. Der Film „Die Straße“ zum Beispiel handelt von einem Spießbürger, dem die traute Zweisamkeit mit seiner in die Jahre gekommenen Frau langweilig wird. Er lässt sich von den Lichtern der Straße verführen und bricht zu einem erotischen Abenteuer ins Nachtleben auf. Doch der Großstadtdschungel, dessen Gesetze er nicht versteht, spielt ihm übel mit. Er kehrt völlig vernichtet nach Hause zurück. Als er demütig seinen Kopf an die Brust seiner Frau legt, verzeiht sie ihm. Eine Geste deutscher Männer, die Kracauer als häufig wiederkehrendes Bild identifiziert. Eine Phantasie von der Rückkehr in den Mutterleib. Es ist für ihn ein Sinnbild für die Unreife der deutschen Charakterentwicklung.

Lässt sich die gegenwärtige Fixierung auf das Krimigenre und seine Mordermittlungen in ähnlicher Weise analysieren, wie Kracauer dies für seine Epoche versucht hat?

Zwar kann niemand ernsthaft behaupten, dass die Gewaltkriminalität in Deutschland Besorgnis erregend zunimmt. Eher das Gegenteil trifft zu. Was offensichtlich ansteigt, sind die Ängste, Opfer von Verbrechen zu werden, und sie scheinen Grund genug, entweder die AfD zu wählen oder zumindest Restriktionen gegen Flüchtlinge und Migranten zu verlangen. Woher kommen diese Ängste? Reale Wahrnehmungen kommen als Auslöser eher nicht in Frage. Haben die Leute also vielleicht einfach zu viel ferngesehen?

Gerade die Krimimacher erheben für sich oft den Anspruch, gesellschaftliche Realität kritisch abzubilden und damit eine heilende Wirkung auszuüben. In einen Krimi könne man eben alles Mögliche verpacken, ist das weit verbreitete Credo in den Redaktionen. Aber stimmt das wirklich? Welches Bild der Wirklichkeit entsteht hier? Etwas vereinfacht gesagt hat jedes Filmgenre sein eigenes Generalthema. Der Horrorfilm konfrontiert seine Zuschauer mit ihren archaischen Urängsten. Beim Western geht es um die Härten des Existenzkampfes. Bei der romantischen Komödie wird, egal wie der Plot läuft, der Glaube an die Liebe hochgehalten. Und so weiter. Um was geht es dem Krimi? Der Kriminalfilm gehört zu den ältesten Filmgenres. In seinem Zentrum stehen zweifellos Schuld und Sühne. Nachdem die religiöse Kategorie der Sünde im Alltag ihre Bedeutung verloren hat, übernimmt der Filmkommissar die Stellvertretung des Priesters, um Fehlverhalten und, ja, das Böse im Menschen zu erforschen und abzuwägen. 

Der Blickwinkel eines Ermittlers und mit ihm der des Zuschauers richtet sich immer auf verborgene Abgründe. Er sucht in jedem Gegenüber dessen düsteres Geheimnis. Und findet es, und zwar nicht nur beim Täter, denn ein guter Krimiplot muss auch falsche Fährten legen und plausibel machen. Je mehr zwielichtigen Subjekten die Kommissare begegnen, umso besser für die Spannung. Und je mehr Ängste beim Publikum bespielt werden ebenso. Das ist in Wahrheit ein inhaltlich recht enger Korridor mit der zwingenden Tendenz, die Welt als verkommen und bedrohlich darzustellen.  

Eine Falle, der zum Beispiel auch der viel gelobte Münchener Polizeiruf „Das Gespenst der Freiheit“ nicht entkommen konnte. Matthias Brandt kämpft hier als Ermittler Hanns von Meuffels darum, eine Bande von rechtsextremen Burschen hinter Gitter zu bringen, weil sie offensichtlich einen Asylanten zu Tode getreten haben. Er gerät in eine Machtprobe mit dem Verfassungsschutz, der die Rechten unterwandern will und sich dabei zum Komplizen macht. Der Film aus der Feder und unter der Regie von Jan Bonnie hat hohe Qualität. Wir haben es hier mit einem neueren Typ des Ermittlers zu tun. Meuffels ist kein souveräner Durchblicker, sondern ein bürgerlicher Melancholiker auf verlorenem Posten, der von den Tätern verhöhnt und von niemandem unterstützt wird. Zum üblen Gesockse, das ihn umzingelt, gehören letztlich auch die Typen – Herren kann man sie nicht nennen – vom Verfassungsschutz und  vom Ministerium. Die folgen nur ihrem Mackerinstinkt, moralische Fragen sind ihnen egal. Dass das Opfer hier ein muslimischer Asylant ist und die Täter von Gewaltphantasien berauschte Rechtsradikale sind, rückt den Fall zwar in die Nähe der NSU und macht ihn tatsächlich irgendwie aufklärerisch. Trotzdem bleibt ein schaler Nachgeschmack. Denn was als Gesamtbild hängen bleibt ist der Eindruck eines absolut übermächtigen Sodom und Gomorrha. Die Kapitulation des Melancholikers vor der allgemeinen Verkommenheit erinnert fatal an den Rückzug des geschlagenen Spießers von der feindlichen Straße ins Private, wie ihn Kracauer beschrieben hat.

Man hat vor allem im Zusammenhang mit amerikanischen Filmen von Gewaltpornografie gesprochen. Dem Verdacht also, die Gewalt in manchen Filmen diene weniger der Darstellung einer bestimmten Wirklichkeit als eher dem Angebot an den Zuschauer, sich an der Gewalt aufzugeilen, das heißt heimliche Befriedigung daran zu empfinden. Man darf davon ausgehen, dass der dauerhafte Konsum solcher Werke irgendwann seelische Rückwirkungen hat. Gewalt wird als alltäglich verinnerlicht – vielleicht gar nicht so sehr im Sinne eine „Anstiftungseffektes,“ der wissenschaftlich umstritten bleibt. Es geht eher um eine allgemeine Verunsicherung. Bei deutschen Fernsehkrimis sollte man vielleicht auch eher von Problempornografie sprechen, oder von Verkommenheitspornografie. Das bürgerliche Publikum im behüteten Fernsehsessel scheint sich insgeheim an der fiktiven Verrohung zu ergötzen. Auch hier ist Verunsicherung als seelische Nebenwirkungen zu erwarten. Der amerikanische Kommunikationswissenschaftler George Gerbner nannte das Entstehen solch einer neuen, verzerrten Wirklichkeit „Kultivation,“ und aktuellere Forschungen scheinen seinen Ansatz zu bestätigen. Am Ende könnte sich beim Publikum die Grundüberzeugung festsetzen, dass der gefühlte, große Saustall endlich einmal ausgemistet gehört. Das aber ist die Haltung, die Trump ermöglicht hat und die gerade brandgefährlich für unser Land wird.

Natürlich ist nichts dagegen einzuwenden, dass Filme die düsteren Seiten einer Gesellschaft erforschen, ganz im Gegenteil. Doch die Masse deutscher TV-Krimis hat sich längst zu einem schematisch produzierten Mainstream entwickelt. An die Stelle des Wunsches, von den Schattenseiten zu erzählen, ist die vulgäre Tendenz getreten, überall nur das Verderbte zu entdecken. Die Welt der Tatorte, der Sokos, Polizeirufe, Kriminalisten, der Teams für Zwei, der Rentnercops und wie sie alle heißen ist ein gewohnheitsgesteuertes Universum herbeifantasierter, böser Machenschaften, voll von Pessimismus und Aggression. Charme, Großzügigkeit und Offenheit, Spaß an der menschlichen Diversität oder sogar Humor haben hier wenig Platz.

Zwar tauchen Kommissare gern leger gekleidet auf und machen auch mal launige Sprüche. Sie wirken nüchtern, sogar irgendwie aufklärerisch. Schließlich müssen sie ja Fälle „aufklären.“ Sie bringen dabei sogar Empathie auf. Aber das ändert nichts daran: Die Helden, mit denen sich der Zuschauer identifiziert, sind allesamt Vertreter der Staatsgewalt. Normale Menschen begegnen ihnen als Antagonisten, die stets verdächtig scheinen. Zeigt sich hier nicht wieder die altbekannte deutsche Sehnsucht nach Unterordnung unter eine Autorität? Wer sich dem freien Leben nicht gewachsen fühlt, sucht nach Feindbildern und nach Autoritäten. Als Ventil dient das narrative Muster, das die Welt als Dualität von Verbrechen und der ordnenden Hand des Gesetzes zeichnet. Um von sich selbst zu erzählen brauchen die Deutschen offensichtlich eine höhere Instanz, die alles Leben wie auf dem Seziertisch der Pathologie betrachtet.

Übrigens ist dabei eine fragwürdige Drift der Grundhaltung zu beobachten. Betrachten wir noch ein aktuelles Beispiel: „Die Protokollantin,“ eine ZDF-Miniserie. Wir sind hier in der Champions League des Fernsehens, eine deutsche Produktion, die endlich ans Niveau der internationalen Serienlandschaft anknüpft. Iris Berben spielt eine unscheinbare Mitarbeiterin in einem Polizeirevier, die durch ihre Kindheit unter einem gewalttätigen Vater und durch das Verschwinden ihrer heranwachsenden Tochter traumatisiert ist. Bei ihrer Arbeit kriegt sie mit, dass Männer, die des Mordes an jungen Frauen verdächtig sind, mangels klarer Beweise vom Gericht freigesprochen werden. Daraufhin nimmt sie deren Bestrafung selbst in die Hand, denn sie weiß es besser, sie hat schließlich bei der Vernehmung „seinen Angstschweiß gerochen.“ Ihr Urteil lautet: Todesstrafe, von ihr persönlich durchaus kaltblütig vollstreckt. Die Serie, von Nina Grosse geschrieben und von ihr gemeinsam mit Samira Radsi inszeniert, ist ausgezeichnet gemacht, keine Frage. Man kann in der Protagonistin Freya ein Beispiel sehen für eine moralisch ambivalente Hauptfigur, wie sie viele internationale Serien auszeichnet und mit denen sich deutsche Produktionen so lange schwer taten. Leider erstreckt sich die Ambivalenz hier auf die gesamte Erzählhaltung. Der Zuschauer wird nach allen Regeln der Kunst emotional auf die Seite einer anrührenden, aber durchgeknallten Rachemörderin gezogen, ohne dass dem etwas entgegen gesetzt wird. Alle lieben Freya. Normalerweise kennt man die Klage über zu lasche Gerichte und den Ruf nach Selbstjustiz vom rechtsextremen Lager. Das Thema „Gewalt gegen Frauen,“ das derzeit quer durch alle Milieus Emotionen aufwühlt, macht die Sache nun gesellschaftsfähig. Irritierend ist vor allem, wie wenig Resonanz die zumindest problematische Grenzüberschreitung hatte. Die Rezensionen konzentrierten sich auf fast zärtliche Beschreibungen der Hauptfigur, die am Ende in einer mythologisch aufgeladenen, Western-ähnlichen Szene den Märtyrertod stirbt.

Am Kino der Weimarer Zeit wurde vor allem seine prophetische Gabe hervorgehoben. Der Schatten Hitlers sei bereits in Figuren wie Caligari, Nosferatu oder Dr. Mabuse erkennbar gewesen, meint Kracauer. Aber hatte nicht das Kino als damals führendes Massenmedium  auch selbst Anteil an der unheilvollen Entwicklung? Man kann diese Frage stellen, ohne die unbestrittenen, künstlerischen Glanzleistungen in Zweifel zu ziehen. Es geht auch nicht darum, den Filmemachern der Zwischenkriegszeit eine Nähe zu den Nationalsozialisten zu unterstellen. Aber wirkten nicht das ewige Anklingen der Schicksalsmelodie, der übermächtige Mythos, die ständigen Untergangsphantasien als eine self-fulfilling prophecy? Als Brandbeschleuniger, der die Flucht in den patriarchalischen Führerstaat begünstigte?

Wenn dem so war, müssen wir fragen, ob nicht Ähnliches gilt für die gegenwärtige Krimiflut mit ihrer Obsession für Mord und Bedrohung durch Gewalt. Natürlich sind Drehbuchautorinnen und -autoren eigentlich durchweg friedfertige und der Humanität verpflichtete Menschen. Es liegt ihnen fern, Misstrauen und Hass zu schüren. Aber man kann natürlich Asylanten und Zuwanderer, das derzeit gesellschaftliche Reizthema Nummer eins, bei den Geschichten nicht einfach außen vor lassen. Sie werden daher gern vorübergehend als Verdächtige in den Fokus geholt, doch am Ende stellt sich glücklicherweise ihre Unschuld heraus. Das ist gut gemeint, aber es hilft nicht sonderlich. Denn erstens durchschaut das Publikum diese erzählerische Gesundbeterei und nimmt sie nicht ernst. Und zweitens ist die Auflösung des Falles ja auch nur eine kleine Zugabe am Ende. Was hängen bleibt sind die vielen Verdachtsmomente. Die Zuschauer werden also nicht nur ihre Haustüren mit Einbruchsicherungen aufrüsten. In einer Atmosphäre, wo alle Welt böser Absichten verdächtig ist und Gewalt an der Tagesordnung zu sein scheint, ist es kaum vermeidbar, dass die Fremden als besondere Bedrohung wahrgenommen werden. Man kennt sie nicht, sie benutzen unverständliche Sprachen, ihre Kultur ist uns nicht vertraut. Lauter Gründe, irritiert zu sein, wenn einem das Grundvertrauen in andere Menschen vor dem Fernseher verloren gegangen ist.

Sollten wir also Kracauers Studie „Von Caligari zu Hitler“ einen zweiten Teil anfügen mit dem Titel „Vom Tatort zur AfD?“ So seltsam es klingt, auch das hochdekorierte Krimiformat, das gern eine gewisse, gut gemeinte Sozialkritik enthält, könnte in Wahrheit zum Abdriften in autoritäre Verhältnisse beitragen. Einen Unterschied zu damals muss man dabei festhalten. Die Filmindustrie der Weimarer Republik war privat finanziert und lebte vom Erlös der Eintrittskarten. Das entschuldigt vielleicht bis zu einem gewissen Grad, dass man gern auch mal im Trüben fischte, soll heißen, dem beim Publikum gängigen Wahnsystem Reverenz erwies. Die aktuelle Krimiwüste aber, unser aller hausgemachtes Wahnsystem, wird von den Fernsehgebühren bezahlt. Die Anstalten könnten den Einfluss, den sie durch fiktionale Programme auf das Bewusstsein der Menschen haben, für etwas Besseres nutzen. Für mehr Aufklärung, die auf Englisch „enlightenment“ heißt. Das hat mit Licht zu tun und auch mit Leichtigkeit, nicht mit ewigem Kult um die Düsternis.

Frank Zeller