Verband Deutscher Drehbuchautoren e.V. (VDD)

FAQ

Das "Sich-Selbst-Vermitteln" ist eine der berufstypischen Tätigkeiten des Autors und hat mitunter ebenso viel Gewicht wie das hervorragende Drehbuch, das man (hoffentlich) im Gepäck hat. Die Kontakte zwischen den VDD-Mitgliedern leisten hier übrigens oft hervorragende Dienste als "Türöffner". Natürlich kann man sich auch der Vermittlung durch eine Agentur bedienen. Der VDD koopertiert mit dem Verband der Bühnenverleger (http://www.buehnenverleger.de/) und dem Verband der Agenturen (http://www.verband-der-agenturen.de/) und hat in den letzten Jahren gute Kontakte zu den angesehensten Agenturen hergestellt. Aus wettbewerbsrechtlichen Gründen können wir an dieser Stelle keine Empfehlungen vornehmen.

Was zahlt man für literarische Vorlagen? Exklusiv für Mitglieder gibt der VDD regelmäßig einen Honorarspiegel heraus. Dieser bietet einen exzellenten Überblick über die branchenüblichen Beträge. In Verhandlungen mit Produzenten und Sendern ist diese Übersicht eine hervorragende Argumentationshilfe. Gleichzeitig warnen wir ausdrücklich davor, weitgehende Abschlüsse ohne einen erfahrenen Agenten oder Medienanwalt oder die Beratung durch den VDD zu tätigen.

Eine Adressenliste aller Förderinstitutionen ist unter der Rubrik "Links" auf unserer website einzusehen. Stipendien vergeben nur wenige Drehbuchwerkstätten und Akademien.

 

Ein Titel ist wie das Werk selbst durch "in Verkehrbringung" bzw. "Veröffentlichung" geschützt. Für die Zeit, in der der Stoff erarbeitet oder auch schon angeboten wird, kann man sich den Titel für einen begrenzten Zeitraum von 6 Monaten schützen lassen, in dem dieser öffentlich angezeigt wird. Diverse Zeitschriften bieten die Möglichkeit, einen Titel entsprechend anzuzeigen (Infos unter http://www.mediaregister.de/wo-erscheinen-titelschutzanzeigen.php). Empfehlenswert ist, vorab zu prüfen, ob ein Titel bereits geschützt ist (etwa im Archiv des "Titelschutzanzeiger" unter www.titelschutzanzeiger.de) oder dies prüfen zu lassen, um kostspielige Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden. Achtung: Eine Titelschutzanzeige führt nicht selten zu sehr teuren Abmahnungen durch Personen oder Firmen, die sich den gleichen Titel zu einem früheren Zeitpunkt haben schützen lassen. Dabei wäre es in der Tat angebracht, vor einer Abmahnung den direkten Kontakt zu dem Anzeigenschalter zu suchen. In der Regel lassen sich Doppelschützungen durch ein klärendes Gespräch aus der Welt schaffen. Man muss nicht immer gleich mit Kanonen auf Spatzen schiessen! Halten Sie am besten Rücksprache mit einem versierten Anwalt oder erfahrenen Kollegen.

Um einen rechtlichen Schutz zu erreichen, kann das Drehbuch nach deutschem Recht nicht registriert werden. Manche Autoren möchten sich gerne absichern und hinterlegen ihr werk bei einem Notar oder Anwalt oder schicken es sich selbst zu, um anhand des Poststempels nachzuweisen, dass das Drehbuch (oder Treatment) zu einem bestimmten, durch die "Registrierung" festgelegten Zeitpunkt, existiert hat. Die Hinterlegung beweist jedoch nicht, dass das Drehbuch auch tatsächlich vom hinterlegenden Autor oder der Autorin verfasst worden ist. Anders als z.B. in den USA gibt es keine Registrierungsliste, wo zumindest der Beweis des ersten Anscheins dafür spricht, dass der Registrierende auch der Autor/die Autorin ist.

Kann ich ein Drehbuch / Treatment / Exposé ohne Gefahr aus der Hand geben? Das deutsche Urheberrecht schützt zwar auf einzigartige Art und Weise unter anderem die Rechte von Autoren, aber Recht haben und Recht bekommen ist trotzdem zweierlei Ding. Grundsätzlich handelt es sich beim Exposé um die Entwicklungsstufe des Drehbuchs, die urheberrechtlich geschützt ist. Je nachdem wie ausführlich der Stoff bereits in dem Exposé ausgearbeitet ist, können "vagen Ideen und Handlungsumrisse" leicht verändert und erweitert werden. Deshalb sollte mit Exposés eher vorsichtig umgegangen werden. Größere Texte sind schon schwieriger zu "klauen", sie sind in der Regel ein schützbares Werk. Die Anbringung einer Urheberkennzeichnung bringt eine Beweiserleichterung dafür, dass der angegebene Autor auch tatsächlich Urheber des Drehbuchs ist. Darüber hinaus schützt "Öffentlichkeit": Machen Sie den Leuten, mit denen sie über ihren Stoff reden, klar, dass sie nicht ihre einzigen Ansprechpartner sind. Wenn bekannt ist, dass SIE dieses wunderbare Drehbuch geschrieben haben, wird auch bekannt, wenn es Ihnen geklaut wurde und ein anderer daraus einen Film macht. Wir können leider keine Gewähr für diese Vorgehensweise geben. Falls Sie das Gefühl haben, jemand hat Ihre Idee ohne Ihr Einverständnis vermarktet, sollten Sie in jedem Fall einen Rechtsanwalt zu Rate ziehen.

Wie jeder Verkäufer muss sich auch der Autor darüber informieren, wo welche Produkte verkäuflich sind. Jeder Sender bzw. Sendeplatz hat sein eigenes Profil, und diese Profile muss man kennen, um gezielt anbieten zu können. Eine einfache TV-Programmzeitschrift zu analysieren bringt hier die gewünschte Information. Welche Produktionsfirmen welche Genres produzieren verraten Vor- und Nachspann der entsprechenden Sendungen. Für Kinostoffe ist es sinnvoll, sich über die website der FFA (http://www.ffa.de) über deutsche Produktionen und die Erfolge und Mißerfolge zu informieren und demententsprechend eine Liste der möglichen Produktionsfirmen für den jeweiligen Stoff zu erstellen.

Der ABC Scholz Fachverlag gibt Medienadressbücher (und CD-Roms) heraus. Eine Liste der Mitglieder kann man z. B. beim Bundesverband deutscher Fernsehproduzenten bekommen (http://www.produzentenallianz.de/). Eine Telefonbuch-CD-Rom leistet bei der Suche ebenfalls gute Dienste, über den Abspann von TV-Filmen und Serien erfahren Sie die entsprechenden Namen. Der Autorenhaus-Verlag (http://www.autorenhaus-verlag.de) bietet jährlich aktualisiert ein umfassendes Deutsches Jahrbuch für Autoren und Autorinnen an.

Kein Witz. Schon Billy Wilder hat auf die Frage, ob er es gut fände, wenn - wie er - mehr Regisseure selber schreiben könnten, geantwortet, er fände es völlig ausreichend, wenn mehr Regisseure lesen könnten. Gute Drehbuchautoren sind meist auch sehr gute Drehbuchleser. Deshalb ist es für uns oft schockierend, wenn wir erleben, wie wenig manche der Leute, mit denen wir zu tun haben, lesen können. Und das sind nicht nur die Regisseure. Manche Autoren sagen: Lesen lernt man in Deutschland am besten am Theater. Wer also dort ein Praktikum machen kann, ist glücklich dran! Es gibt aber auch schon Workshops, die "Die Kunst des Drehbuchlesens" lehren (wie z.B. die Master School Drehbuch, http://www.masterschool.de).

Gibt es Fernkurse? Es werden Workshops und Seminare zum Einstieg und zur Weiterbildung angeboten (siehe LINKS auf unserer website). Auch Fernkurse etwa via Internet werden angeboten. Neben deutschen unterrichten oft auch amerikanische oder britische Dozenten und Dozentinnen in ihrer Muttersprache. Die Qualität ist unterschiedlich. Am sinnvollsten ist es, Kollegen und ehemalige Teilnehmer zur jeweiligen Veranstaltung zu befragen und sich über die Kompetenz des Dozenten vorab zu informieren. Ein Tipp: Tagesseminare ohne eingeschränkten, spezifischen Themenkreis sind wenig sinnvoll. Der VDD kann aus wettbewerbsrechtlichen Gründen keine Empfehlung aussprechen.

Der VDD vertritt die berufsständischen Interessen seiner Mitglieder im Hinblick auf politische, rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen und hilft damit allen Drehbuchautoren in Deutschland. Dazu kommt der individuelle Service, der ausschließlich Mitgliedern vorbehalten ist: kostenlose Rechtsberatung, Veröffentlichung im Online-Autorenguide, individuelle Beratung durch die Geschäftsstelle, Infoservice durch den Newsletter SCRIPTonline, Brancheninformationen durch die monatlich versandten exklusiven Mitgliederinformationen, Honorarspiegel, Jour Fixes in Berlin, München, Köln und Hamburg sowie vieles mehr. (Beitrittsformular).