Verband Deutscher Drehbuchautoren e.V. (VDD)

SCRIPTonline Newsletter 3

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Willkommen bei SCRIPTonline!

Zu folgende Themen finden Sie Informationen im VDD-Newsletter:


* Einleitung: Entlassungen ohne Event-Charakter
* Die aktuelle Situation im Bereich Urheberrecht
* Der VDD verhandelt mit dem ZDF
* DEGETO zahlt Pensionskassen-Anteile
* Drehbuchpreis Emden 2009
* Podcast-Sonderausgabe: Drehbuchschreiben - Lust und Frust / Panel Internationaler Filmkongress
* Interview mit Kristin Derfler in rtv:„Wir sind gleichrangig“

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Entlassungen ohne Event-Charakter

RTL fegt die eigenen Flure leer – und die Branche zuckt mit den Achseln. Aus Schwäche? Aus Furcht? Tatsächlich bestätigt die Entlassung nahezu der gesamten Serienredaktion nur einen Trend der deutschen TV-Landschaft, die immer weniger einem Biotop als dem betonierten Parkplatz auf der Rückseite eines Warenlagers ähnelt. SAT.1 hat als erster Sender den Trend zum Vampirfilm gewittert, lässt sich von einem „Finanzinvestor“ aussaugen und spukt fortan als Untoter nahe München herum, die Kreativen mit hohl klingenden Absagen erschreckend. Und während die britische BBC, Vorbild und einst Schutzmacht der ARD, eine ganze Flotte innovativer Serien in die gefährlich aufgewühlten Wellen entsendet, im Wissen der alten Seefahrernation, dass nur der furchtlose Abenteurer reiche Beute macht, freut sich die öffentlich-rechtliche Dampfer-Besatzung auf dieser Seite des Kanals schon über die einfachen Freuden des Daseins: Geld. Macht. Und natürlich Liebe.

Klar ist: Ein privatwirtschaftliches Unternehmen wie RTL muss auf die Krise ebenso energisch reagieren wie die Funktionstüchtigkeit der eigenen Organe überprüfen – von beidem enthielten die rabiaten Maßnahmen etwas. Viele Kollegen haben in der jüngeren Vergangenheit die frustrierende Erfahrung gemacht, dass in den Redaktionen zwar jede Menge entwickelt wurde, aber sehr wenig verwirklicht. Die Freude an Ideen und Stoffen war hier und da spürbar – ebenso aber die Ohnmacht, sie auch auf den Schirm zu bringen. Auch so ist das allgemeine Achselzucken zu erklären: Aus der Kenntnis des „vorher“.

Und jetzt? Es dürfte allzu optimistisch sein, die Kürzungen in der deutschen Fiction als gärtnerische Maßnahmen zur Entwicklung eines üppigen Neuwuchses zu deuten. Zwar kursiert eine Studie, die nachweist, dass der Zuschauer das Profil aller (!) deutschen Sender ausschließlich mit fiktionalen Programmen identifiziert. Diese hat aber keineswegs dazu geführt, dass nun alle Anstrengungen in die Stoffentwicklung gesteckt werden. Auch nach dem Vorbild der Amerikaner zu verfahren und externen Autoren und Produzenten - was nicht dasselbe ist wie Ex-Redakteure - jene Innovationskraft zuzutrauen, die man den eigenen Leuten nicht mehr abverlangen mag, scheint in Fernseh-Deutschland eine eher abwegige Fantasie zu sein.

Womit wir beim Schlüsselwort sind, aus dem allein der Neuanfang kommen kann: Fantasie. In den Redaktionen, ob groß oder sportlich verschlankt, in den Büros der Programmplaner und Entscheider, sollte ihr Stellenwert bekannt sein. Man bringe genug davon auf, Fantasie jenen zuzutrauen, die von ihr leben. Man erinnere sich daran, dass auch unternehmerische Visionen am Anfang nur Fantasie sind. Man verbinde wieder beides miteinander, Unternehmertum und Erzählfreude, anstatt im Kotau vor dem Markt zu verharren, und man wird die Lebenskraft des Fernsehens erhalten. Die deutschen Kreativen, Autoren und Regisseure, Schauspieler und Kameraleute, sind bereit, ihre Träume zu teilen.

Viel Spaß beim Lesen des aktuellen Newsletter des VDD!

Der Vorstand des VDD

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Die aktuelle Situation im Bereich Urheberrecht

Die Politik scheint es erkannt zu haben: nicht nur hat Kulturstaatsminister Neumann sich wiederholt für einen besseren Schutz des Geistigen Eigentums ausgesprochen, er hat auch gehandelt, so zum Beispiel bei einem Treffen der Kultusminister in Brüssel vor einigen Wochen. Auch das Bundeswirtschaftsministerium hat sich klar dafür ausgesprochen, dass die Urheber und Kreativen einen besseren Schutz brauchen – immerhin erwirtschaftet die Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland mehr als die chemische Industrie. Und auch Bundespräsident Köhler sieht geistige Enteignung im Internet, er hat in einem kürzlich veröffentlichten Interview die Durchsetzung des Urheberrechts im Internet angemahnt

(http://www.boersenblatt.net/325422/).

Das Bundesjustizministerium hatte im Februar dieses Jahres die Branche aufgefordert, wieder zu Fragen des Urheberrechts Stellung zu beziehen und Lösungskonzepte vorzuschlagen.

Der Verband Deutscher Drehbuchautoren setzt sich für einen möglichst ungehinderten Zugang zu Informationen, Ideen und Meinungen ein, denn jeder Autor begrüßt die Nutzung seiner Werke. Jedoch kann der ungehinderte Zugang grundsätzlich nur gegen angemessene Vergütung gewährt werden.

Der VDD hat am 15.6. folgende Stellungnahme Ministerin Zypries übersandt:

http://www.drehbuchautoren.de/files/3.Korb_Stellungnahme_VDD_15062009.pdf

In diesem Zusammenhang möchten wir auch auf „Wir brauchen einen Kreativpakt“ http://www.welt.de/wams_print/article3921688/Wir-brauchen-einen-Kreativp... wie auch auf den Kommentar von Heinrich Wefing in Der Zeit „Was darf das Internet? Wider die Ideologen des Internets!“ http://www.zeit.de/2009/23/Internet-Grenze hinweisen.

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Der VDD verhandelt mit dem ZDF

Auf unsere Initiative hin hat das ZDF im Jahre 2008 Gespräche mit uns über die Vergütung von Drehbuchautoren begonnen. Auf Einladung des Stellvertretenden Justitiars Peter Weber nehmen seit Anfang des Jahres nun auch Vertreter der Produzentenallianz und des Produzentenverbandes sowie Vertreter des WDR und des SWR als Gäste an den Gesprächen teil.

Solche trilateralen Gespräche zwischen Sender, Produzenten und Autoren hat es zuvor in dieser Form nicht gegeben, so dass wir bereits das Zustandekommen der Gesprächsrunde als Erfolg werten - zumal alle Verhandlungspartner erklärt haben, bis zum Ende des Jahres 2009 zu gemeinsamen Vereinbarungen zu kommen.

Der VDD hat den Verhandlungspartnern gleich zu Beginn der Gespräche seine Vorschläge auf Grundlage des ZDF-Tarifvertrags unterbreitet, welche bislang Grundlage der Verhandlungen waren. Es geht uns also nicht nur darum, eine Mindestvergütung festzulegen, sondern zu einer grundsätzlichen Vereinbarung bezüglich all der Belange, die Drehbuchautoren im Rahmen ihrer vertraglichen Vereinbarungen betreffen, zu kommen.

Unsere Position ist dabei sehr klar und einfach: Den Vertragspartnern sollen grundsätzlich alle Nutzungsrechte am Drehbuch eingeräumt werden, insbesondere das Filmherstellungsrecht, das Senderecht und das Verwertungsrecht, allerdings wollen wir grundsätzlich an sämtlichen Erlösen aus den Verwertungen beteiligt werden. Die Nebenrechte am Drehbuch (das Druck- und Verlagsrecht, das Hörbuch-, das Hörspiel- und das Bühnenrecht) sollen in der Regel beim Autor verbleiben. Was das Honorar (Grundvergütung) angeht, richtet sich die Forderung nach § 17.6.6 des Tarifvertrages des ZDF, in dem geregelt ist, dass nach 10 Jahren bei Wiederholungen das Wiederholungshonorar um 30% anzuheben sei. Unsere Forderung ist also, das Honorar gemessen an dem Honorar von vor zehn Jahren um 30% anzuheben.

Die Gespräche werden in sachlicher, konstruktiver Weise geführt und sind gekennzeichnet von dem Willen aller Beteiligten, zu einem schnellen und verbindlichen Ergebnis zu kommen. Das ZDF hat jetzt angekündigt, im August eigene Vorschläge zu unterbreiten. Auch das werten wir als Zwischenerfolg, denn bislang hat sich das ZDF geweigert, konkrete Zahlen zu nennen.

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DEGETO zahlt Pensionskassen-Anteile

Ein offizielles Gespräch mit der DEGETO, das der VDD zusammen mit dem Regieverband (BVR) bezüglich der Pensionskasse geführt hat, führte zu einem positiven Ergebnis für Autoren und Regisseure: Die DEGETO hält ihre Auftragsproduzenten ausdrücklich dazu an, den Gesamtbedarf an Ansprüchen für die freien Mitarbeiter der Produktion in die Kalkulation einzustellen, welche der Pensionskasse angehören.

Die ARD-Tochter DEGETO wurde häufig dafür kritisiert, keine Beiträge für die Pensionskasse der deutschen Rundfunkanstalten zu zahlen. Sie sind wichtige Bausteine für die Altersversorgung freier Mitarbeiter – und damit auch vieler Autoren. Doch die Praxis, Pensionskassen-Anteile nicht auszuweisen, entspricht keineswegs dem Wunsch und Willen der DEGETO. Ein von den Verbänden VDD und BVR angeregtes Gespräch zu diesem Thema mit den Geschäftsführern Jörn Klamroth und Hans-Wolfgang Jurgan hat jetzt ein ausgesprochen erfreuliches Ergebnis erbracht. Die DEGETO hält danach ihre Auftragsproduzenten ausdrücklich dazu an, den Gesamtbedarf an Ansprüchen für die freien Mitarbeiter der Produktion in die Kalkulation einzustellen, welche der Pensionskasse angehören. Jurgan und Klamroth bestätigten, dass jedes PK-Mitglied bei einer von der DEGETO in Auftrag gegebenen Produktion Anspruch auf Übernahme der Arbeitgeberanteile hat. Die administrative Abwicklung obliege dabei den Produzenten.

Die Gespräche führten die Vorstände Sebastian Andrae (VDD) und Stephan Wagner (BVR) am 03. Juni 2009 in angenehmer und konstruktiver Atmosphäre im DEGETO-Gebäude in Frankfurt. Der VDD hält seine Mitglieder dazu an, künftig ihre PK-Ansprüche bei DEGETO-Produktionen den ausführenden Produzenten zu melden.

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Drehbuchpreis Emden 2009

Der von der Stiftung Niedersachsen geförderte Drehbuchpreis des Internationalen Filmfestes Emden-Norderney ist mit insgesamt 17.000 Euro Preisgeld eine der höchstdotierten Drehbuchauszeichnungen Deutschlands.

Er wurde am 12.6.2009 um fünften Mal verliehen. Die vom Adolf Grimme Institut berufene Jury - Autor und Regisseur Alain Gsponer, Schauspielerin Bernadette Heerwagen, Drehbuchautorin Hannah Hollinger, Journalist und Kritiker Thomas Thieringer sowie Jurykoordinator Dr. Ulrich Spies vom Adolf-Grimme-Preis - ermittelte den Gewinner aus insgesamt 99 anonym eingereichten Drehbüchern.

Der erste Preis in Höhe von 15.000 Euro ging an „Dustbuster“ von Sönke Andresen (Den Haag, Niederlande). Der in Hamburg geborene Autor Sönke Andresen hat 2008 den Tankred Dorst Preis für „Dustbuster“ erhalten.

Je 1.000 Euro gingen an die beiden anderen Nominierten: "Die schwarzen Brüder" von Fritjof Hohagen (München / nach dem Jugendbuchklassiker von Lisa Tetzner und Kurt Held „Die Rote Zora“) und die Komödie "Mein Leben in Orange" von Ursula Gruber aus München.

Weitere Informationen unter http://www.drehbuchautoren.de/?q=nachrichten/2009/06/drehbuchpreis-des-i... oder http://www.filmfest-emden.de/

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Podcast-Sonderausgabe: Drehbuchschreiben - Lust und Frust / Panel Internationaler Filmkongress

Das Spannungsverhältnis zwischen Drehbuchautoren und Sendervertretern stand im Zentrum einer hitzigen Debatte, in der es darum ging, wie die kreative Freiheit durch Quotendruck und Formalisierung des Programms beschnitten wird.

Auf dem Podium diskutierten der Drehbuchautor Markus Stromiedel, Winka Wulff, Geschäftsführerin der Kölner Produktionsfirma Colonia Media, Gamedesigner Dr. Michael Bhatty, die Drehbuchautorin Ruth Toma und Reinhold Elschot, Leiter der Hauptredaktion Fernsehspiel und stellvertretender Programmdirektor beim ZDF. Moderatorin war Luzia Braun, Redakteurin bei der ZDF-Sendung „Aspekte“. Das Panel wurde in Kooperation mit dem VDD veranstaltet.

Drehbuchschreiben – Lust und Frust (1. Teil) hören Sie hier: http://www.stichwortdrehbuch.de/stichwort_drehbuch/sonderausgabe_drehbuc...

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Interview mit Kristin Derfler in rtv:„Wir sind gleichrangig“

Unter dieser Überschrift erzählt das VDD-Mitglied Kristin Derfler den Lesern der Zeitschrift rtv (14 Millionen Leser), welch wichtige Rolle Drehbuchautoren spielen - und was die eigentlich genau machen!

Kristin Derfler setzt sich, zusammen mit anderen VDD-Kollegen, seit langem für die bessere Wahrnehmung von Drehbuch und Drehbuchautor ein - in der sog. "AG Image" des Verbands Deutscher Drehbuchautoren.

Die Online Version finden Sie hier: http://www.rtv.de/drehbuch

Der Link zur Printversion hier: http://www.drehbuchautoren.de/?q=nachrichten/2009/05/wir-sind-gleichrangig

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Weitere aktuelle News, Informationen zu neuen Ideenwettbewerben, zu neuen Drehbuchpreisen und vieles mehr unter http://www.drehbuchautoren.de

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