Verband Deutscher Drehbuchautoren e.V. (VDD)

Ausgabe 12/2008

Willkommen bei SCRIPTonline!

Dies ist nur der Anfang...

Wir freuen uns, Ihnen die erste Ausgabe unseres Newsletters SCRIPTonline präsentieren zu können – mit Informationen rund um das Drehbuchschreiben, die Arbeit des VDD und die Branche.

Unser Ziel ist es, Sie künftig schneller und direkter informieren zu können. Dass dabei noch Wünsche offen bleiben – nach Beteiligung der Mitglieder und Gastkommentatoren, nach umfassenderen Innen-Ansichten oder erfrischenden Seiten-Blicken –, das ist Merkmal alles Neuen. Wir sind zuversichtlich, dass SCRIPTonline seine Form und seine Leser bald gefunden haben wird.

Sie erhalten den Newsletter auf Wunsch künftig alle zwei Monate - zusätzlich zu den monatlich erscheinenden Mitgliederinformationen, die exklusiv den Mitgliedern des VDD zugehen. Und um den Dreisprung vollständig zu machen, haben wir auch unsere Website www.drehbuchautoren.de modernisiert. Der neue Auftritt des VDD trägt hoffentlich dazu bei, allen Interessierten einen lebendigen Zugang zu uns Autoren zu schaffen und zum Austausch untereinander aufzumuntern.

Viel Spaß und reichlich Erkenntnis beim Lesen – wir freuen uns auf Ihr Feedback!

Ihre SCRIPTonline Redaktion

Grußwort des Vorstands

Schade, dass ich so wenig Ahnung vom Weltfinanzsystem habe.

Aber vielleicht ist das gar kein Makel in einer Zeit, in welcher die Chefs deutscher Konzerne reihenweise zugeben, die Märkte nicht mehr zu verstehen. Vielleicht macht mich meine Unwissenheit ja endlich zu jenem vollwertigen Mitglied der Weltgesellschaft, als das ich mich vorher durch Internet und UMTS nur ahnen durfte.

Der Börsen-Sturz ins Fangnetz, das wir gefälligst halten sollen, hat unsere Verstrickung deutlicher gemacht als jede Daimler-Chrysler-Hochzeit. Jetzt stellt sich die Frage nach der Krisenfestigkeit auch unserer Arbeitsverhältnisse – fast sicher scheint, dass die Privatsender, in Teilen bereits von Finanzinvestoren ausgesaugt, weitere Einschnitte werden hinnehmen müssen. Und damit wohl jene, die ihnen ihre Fantasie zur Verfügung stellen. Wir Autoren.

Und die gebührenfinanzierten Sender? Wäre es nicht an der Zeit, sich gerade jetzt vom Dogma der Wirtschaftlichkeit um jeden Preis abzukoppeln? Wer sein Programm mit nur 15 Prozent Werbeeinnahmen bestreitet, sollte vielleicht auch nur 15 Prozent seiner Zeit über diese nachdenken – und den Rest den Inhalten, den Visionen, der Kreativität widmen, ohne die es kein gutes Fernsehen gibt. Visionen können kontrolliert, beargwöhnt, verkleinert werden. Oder man öffnet ihnen Schutzräume, in denen man selbst freier atmet: Als Autor. Als Produzent. Als Redakteur. Auch der Verband deutscher Drehbuchautoren muss mit der Zeit gehen. Hier Größenverhältnisse anzuführen, erübrigt sich. Wir brauchen unsere Schreibstuben nicht mit Bankentürmen in Relation zu setzen, um zu erkennen, wie die Macht verteilt ist. Doch ein Vergleich dessen, was Autoren und Finanzleute hervorbringen, sieht durchaus tröstlich aus. Hier und da entstehen virtuelle Welten, unsere vielleicht sogar dauerhafter als ihre. Gegen die Luft-Schlösser aus geliehenem Geld nimmt sich J.R.R. Tolkiens Mittelerde wie ein realistisches Reiseziel aus. Welcher Disney-Dschinn schwebte je so aufgeblasen daher wie einige Vorstandssprecher, die mit ihren Zaubersprüchen die Börse zu bannen versuchten? „The Masters of the Universe“ – dieser Kriegsname der Investmentbanker lässt Hollywood direkt bescheiden wirken.

Bescheiden auch unser Anspruch, mit dem Newsletter SCRIPTOnline und der neuen Website den Kontakt zu unseren Mitgliedern und Freunden in der Welt da draußen zu verbessern. Immerhin: Wir wollen eine engere Vernetzung schaffen. Mit Funktionen wie dem Forum, dem Podcast unmittelbar auf Stimmungen, auf Wünsche an den Verband eingehen. Bei alledem noch aktuell, interessant, unterhaltsam sein

(Hm. Vielleicht doch nicht so bescheiden...)

Autoren leben und arbeiten in dieser Zeit, in dieser Welt. Wir bilden sie ab. Wir erfinden etwas dazu, ohne allerdings vorzugeben, dies SEI die Realität. Insofern erweist sich der Autor gerade im Vergleich zu den gestrauchelten Verkäufern des Nichts als ehrbarer Händler der Fantasie – in einem Umfeld, in dem Vertrauen zum wertvollsten Gut wird, können wir darauf stolz sein. So wie auf einige Erfolge des Verbandes, die wir Ihnen im Folgenden vorstellen möchten.

PS: Der VDD geht trotzdem nicht an die Börse.

Für den Vorstand: Sebastian Andrae

Deutscher Drehbuchpreis – LOLA wird auf dem VDD-Empfang verliehen

Der Deutsche Drehbuchpreis 2008 und 2009 der Kategorie „Unverfilmtes Drehbuch“ wird von Kulturstaatsminister Bernd Neumann erstmals während des traditionellen Berlinale-Empfangs der Drehbuchautoren am 6. Februar 2009 verliehen. Damit erhält auch die Drehbuch-LOLA nun endlich einen würdigen und angemessenen Rahmen.

Der Einladungsversand erfolgt im Januar 2009.

Etat der Drehbuchförderung der FFA erhöht

Am 1.1. 2009 tritt das neue Gesetz zur Filmförderung in Kraft. Besonders erfreulich: Die Forderungen und Vorschläge des Verbands Deutscher Drehbuchautoren e.V. (VDD) haben weitestgehend überzeugt.

Die Drehbuchförderung wurde erhöht. Darüber hinaus wurden neue Fördermodelle ebenso aufgenommen wie auch die vom VDD geforderte Möglichkeit, dass Autoren selbständig – ohne Abhängigkeit von einem Produzenten – Anträge auf Drehbuchförderung stellen können.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Einigung über Urhebervergütungen im Reprobereich

VG WORT, VG BILD-KUNST und der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) haben sich über die Höhe der Geräteabgabe im Reprographiebereich geeinigt. Nach über einjährigen, zähen Verhandlungen wurde ein Gesamtvertrag unterzeichnet, der die Urhebervergütungen für Multifunktionsgeräte, Drucker, Scanner und Faxgeräte verbindlich regelt. PC sind von der Vereinbarung nicht erfasst, eine Regelung für diese Geräte steht noch aus.

Die Pressemitteilung der VG Wort finden Sie hier

Rundfunkänderungsstaatsvertrag (RÄStV)

Der VDD wurde von der Staatskanzlei Rheinland Pfalz am 15. August 2008 in Mainz zur Anhörung bezüglich der Änderung des Rundfunkstaatsvertrages eingeladen. Die detaillierten Forderungen finden Sie hier.

Nach Gesprächen mit Verantwortlichen in den Ländern konnte durchgesetzt werden, dass neben den Produzenten auch Drehbuchautoren und Regisseure in der Protokollnotiz erwähnt werden. Dies stärkt die Stellung der Autoren und Regisseure in ihren Verhandlungen erheblich. Weitere Einzelheiten entnehmen Sie bitte der Pressemitteilung des VDD vom 7.11.2008 (hier)

Neue Regelung zu den sog. "unbekannten Nutzungsarten"

Dr. jur. Henner Merle erklärt eine wichtige neue Regelung, die zum 01.01.2008 in das Urhebergesetz aufgenommen wurde. Danach können Urheber wie Drehbuchautoren nun auch Rechte an unbekannten Nutzungsarten einräumen, was vorher nicht möglich war.

Lesen Sie die Erläuterungen des VDD-Justitiars hier.

Veranstaltungsbericht

Podiumsdiskussion auf dem Filmfest Hamburg

„Dokudramen, Bio-Pics und Re-enactments“

Die Aufarbeitung von Zeitgeschichte im Spielfilm, aber auch in den verschiedenen Formen der Dokumentation ist seit Jahrzehnten ein zentraler Bestandteil des deutschen Fernsehens. Mit historischen Filmen lassen sich enorme Quoten erzielen. Auch Dokureihen, publikumswirksam aufbereitet, verleiten für vergleichsweise geringes Geld viele Zuschauer zum Einschalten. Aber welche Probleme ergeben sich bei der Wahl eines zeitgeschichtlichen Stoffes?

Innenansichten von VDD-Mitglied Benedikt Röskau, der den Zweiteiler „Contergan“ schrieb, lesen Sie hier.

Podcast des VDD

STICHWORT DREHBUCH des VDD ist der weltweit erste und einzige Podcast von und für deutsche Drehbuchautoren und Sympathisanten. Er bietet einen Überblick über die Arbeit und Aktivitäten deutscher Drehbuchautoren und vermittelt einen Zugang zu den Akteuren hinter der Kamera. Hautnah und greifbar wird die Entstehungsgeschichte eines Films durchleuchtet und deren inhaltlicher Kern und dramatische Ausgestaltung erläutert.

Letzte Beiträge:

Interview mit Ruth Toma
Film: Liesl Karlstadt und Karl Valentin (ARD / 10.12.2008)

Interview mit Max Färberböck
Film: Anonyma (Kinostart 23.10.2008)

Interview mit Clemens Murath
Film: Der Kriminalist (ZDF)

Interview mit Nicolai Rohde; Sven S. Poser; Sönke Lars Neuwöhner
Film: 10 Sekunden (Kino)

Hörbar unter:

http://www.stichwortdrehbuch.de/
 

Viel Spaß beim Weitersehen – und Wiedersehen!