Verband Deutscher Drehbuchautoren e.V. (VDD)

Offener Brief an die Intendanten von ARD und ZDF

Der folgende offene Brief der Deutschen Akademie für Fernsehen an die Intendanten von ARD und ZDF wurde gestern veröffentlicht. Die Verbände fordern darin einen gesonderten Etatposten für Mediatheken bei der KEF anzumelden. Den Brief haben neben dem VDD auch zahlreiche Kreativen-Verbände der Film und Fernsehbranche mitunterzeichnet.

Offener Brief an die Intendanten von ARD und ZDF

Köln, den 16. Juli 2015

Sehr geehrter Herr Dr. Bellut,
Sehr geehrter Herr Marmor,

in der laufenden Diskussion über eine Entgrenzung der Einstellzeiten in den öffentlichrechtlichen Mediatheken haben die unterzeichnenden Verbände vorgeschlagen, bereits im nächsten Rundfunkänderungsstaatsvertrag verbindlich zu verankern, dass für ARD und ZDF ein ausreichender, bisher nicht vorgesehener Etatposten „Lizenzkosten nicht-lineare Verbreitung für Auftragsproduktionen“ geschaffen wird, der bei der KEF anzumelden ist und von dieser anerkannt werden sollte.

Eine entsprechende Beschlussfassung haben die MinisterpräsidentInnen zwischenzeitlich auf das nächste Jahr verschoben. Vertreter der zuständigen Bundesländer haben wiederholt angekündigt, dass die bisherige 7-Day-Catchup-Regelung dann aufgehoben wird.

Da Sie nun in Kürze bei der KEF Ihren Finanzbedarf für 2017-2020 anmelden müssen, bitten wir Sie darum, neben den notwendigen Mitteln für eine wirklich kostendeckende Finanzierung der laufenden Produktions- bzw. Lizenzkosten im Bereich der Auftrags- und Koproduktionen vorsorglich auch einen ausreichend hohen Mehrbedarf zur Abgeltung der VOD-Rechte von Produzenten und Urhebern einzukalkulieren und anzumelden. Dieser sollte aus unserer Sicht 1% der Rundfunkabgabe nicht unterschreiten und strikt zweckgebunden ausschließlich der Abgeltung von Online-Nutzungen dienen.

Es gäbe aus unserer Sicht keinen Grund für die KEF, diese Anmeldung abzulehnen, soweit die Entgrenzung der Mediathekenfrist von den MinisterpräsidentInnen tatsächlich beschlossen wird.

Eine solche Maßnahme ist schon deshalb zwingend erforderlich, um den Auflagen der Protokollerklärung zum 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag Geltung zu verschaffen. Angesichts der durch die Umstellung der Rundfunkgebühren auf den Haushaltsbeitrag erzielten Einnahmeüberschüsse ist diese Maßgabe selbst in Zeiten der von der Politik propagierter Beitragsstabilität durchaus realisierbar.

Köln, den 16.07.2015

AG Animationsfilm, Katharinenstraße 17, 04109 Leipzig, info@ag-animationsfilm.de

AG DOK – Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm, Schweizer Straße 6, 60594 Frankfurt am Main, agdok@agdok.de

Bundesverband Schauspiel BFFS, Kurfürstenstraße 130, 10789 Berlin, info@bffs.de

Bundesverband Filmschnitt Editor e. V., Frankenstraße 15, 10781 Berlin, mail@bfsfilmeditor.de

CC Composers Club e.V., Hasloher Kehre 20b, 22417 Hamburg, contact@composers-club.de

Deutsche Akademie für Fernsehen, Wallrafplatz 9, 50667 Köln, info@deutscheakademiefuerfernsehen.de

DEFKOM in Deutscher Komponistenverband DKV, Bayreuther Straße 37, 10787 Berlin, office@defcom.de; info@komponistenverband.org

Film und Medienverband NRW, Kaiser-Wilhelm-Ring 27-29, 50672 Köln, info@filmundmedienverbandnrw.de

mediamusic e.V., Dasselstraße 2, 50674 Köln, info@mediamusic-ev.de

Verband Deutscher Drehbuchautoren VDD, Charlottenstraße 95, 10969 Berlin, info@drehbuchautoren.de

Verband Deutscher Filmproduzenten, Ismaninger Straße 45, 81675 München,
mail@filmproduzentenverband.de