Verband Deutscher Drehbuchautoren e.V. (VDD)

VDD zum Beschluss der Ministerpräsidenten, eine Haushaltsabgabe für ARD und ZDF einzuführen

Auch wenn die Länderparlamente noch zustimmen müssen: ab 2012 werden aus Gebührenzahlern Beitragszahler, jeder Haushalt muss eine Abgabe in Höhe der jetzigen GEZ-Gebühr berappen - egal ob er ein Fernseh- oder Radiogerät besitzt oder benutzt.

Das bedeutet - wenn man die Feinheiten beiseite lässt – dass die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten die jährliche Summe von gegenwärtig 7,6 Milliarden Euro quasi als Steuer einziehen dürfen, ausgenommen davon ist nur eine genau eingegrenzte Gruppe sozial Benachteiligter.

Diese „Fernsehsteuer“, die den Sender zumindest die gegenwärtigen Einnahmen in alle Zukunft garantieren sollen, muss nach den Vorstellungen des VERBANDES DEUTSCHER DREHBUCHAUTOREN auch zwingend inhaltliche Folgen für die Sender haben: Eine Pflichtabgabe ist nur zu rechtfertigen, wenn der bestehende Sendeauftrag, die Verpflichtung zu Vielfalt und Qualität des Programms wieder ernst genommen wird. Und das bedeutet, dass Kultur und damit anspruchsvolle Fiktion in allen Formen, wie Fernsehspiele, Reihen oder Serien, nicht länger als ungeliebtes Anhängsel ausufernder Talk-Schienen, Rate-Shows und aktionistisch angehauchtem Magazinjournalismus verstanden wird.

Die Verpflichtung zu Qualitätsfernsehen jenseits des seichten Mainstreams und der Quotenschere gilt neben der Fiktion auch für den dokumentarischen Film oder die ambitionierte Unterhaltung, die gerade erst Opfer des Günter-Jauch-Wechsels zur ARD wurden - und den man den Zuschauern seltsamerweise unter dem Label „Programm-Reform“ verkaufen wollte.

Zum Glück stehen wir mit dieser Auffassung nicht allein, die Kommentare der überregionalen Zeitungen gehen in die gleiche Richtung:

http://www.tagesspiegel.de/meinung/zwangsabgabe-fuers-wellness-programm/...

http://www.sueddeutsche.de/medien/neue-haushaltsgebuehr-einen-ochsen-fue...

Und noch etwas: Wenn mit diesem politischen Beschluss feststeht, dass die öffentlich-rechtlichen Sender auch in Zukunft milliardenschwer ausgestattet werden, dann gibt es in Zukunft wirklich keine seriöse Begründung mehr dafür, den Drehbuchautoren das (Wiederholungs-)Honorar kürzen zu wollen. Insofern haben die Ministerpräsidenten endlich für Klarheit gesorgt. Zumindest bei uns.

VDD-Vorstand