Verband Deutscher Drehbuchautoren e.V. (VDD)

Stifter des Deutschen Fernsehpreises halten Filmkünstler nicht mehr für preiswürdig

PRESSEMITTEILUNG

Die Stifter des Deutschen Fernsehpreises halten Filmkünstler nicht mehr für preiswürdig.

Die Stifter des Deutschen Fernsehpreises haben die Auszeichnungen für besondere künstlerische Einzelleistung gestrichen. Drehbücher, Regie, Komposition, Kamera, Szenographie, Kostümbild, Schnitt und andere sind von der Liste der Preisträger entfernt.

Damit verabschieden sich die Stifter von der Würdigung derjenigen, die mit ihrer besonderen künstlerischen Leistung Filme und Sendungen überhaupt erst möglich machen und wandeln den Deutschen Fernsehpreis zum reinen Produkt und Produzentenpreis.
Sie entwerten den Deutschen Fernsehpreis als ehemals wichtigen Branchentreff und Leistungsschau der Fernsehschaffenden. Er wird zum reinen Reklamespektakel, mit dem die eigenen Produktionen gefeiert werden.

Die Missachtung der Urheber und Gestalter der Filme, Sendungen und Serien spiegelt die neue Haltung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens wieder, das sich weniger der Kultur, als vielmehr dem Quotenerfolg verpflichtet. Besondere künstlerische Leistungen Einzelner werden nicht mehr gewürdigt.
Ob die Ausgrenzung der Kreativen allerdings das geeignete Mittel ist, die schwindende Akzeptanz des öffentlich-rechtlichen Rundfunks aufzuhalten, ist mehr als fraglich.

Ein Medium, das diejenigen, die es gestalten, nicht schätzt, entwertet sich selbst. Keine Frage, der Preis verliert an Bedeutung.

Der VDD (Verband Deutscher Drehbuchautoren) fordert die Stifter auf, ihre Position zu überdenken und sich eine Form zu überlegen, welche die herausragende Stellung der Filmurheber, insbesondere der Drehbuchautoren würdigt.

Der Vorstand des VDD

August 2010