Verband Deutscher Drehbuchautoren e.V. (VDD)

PRESSEMITTEILUNG DER INITIATIVE URHEBERRECHT: Leistungsgerechtigkeit für Urheber tut Not

Berlin, 17.06.2010 – Die Initiative Urheberrecht hat die Berliner Rede von Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger zum Urheberrecht begrüßt. Nach einem Treffen in Berlin teilte die Initiative mit, dass sie die Prämissen des Ministeriums zur Weiterentwicklung des Urheberrechts in der digitalen Welt teile.

In ihrer Rede hatte die Ministerin angekündigt, die Reform des Urheberrechts unter den Bedingungen der „digitalen Revolution“ vorantreiben zu wollen, um die Selbstbestimmung der Urheber und ihre Persönlichkeitsrechte zu sichern, Leistungsgerechtigkeit herzustellen und Regeln zu schaffen, die das Auskommen der Urheber sichern. Die Initiative hat zustimmend zur Kenntnis genommen, dass die Ministerin Vorstellungen von einer unreglementierten Nutzung geschützter Werke und Darbietungen im Internet eine klare Absage erteilt hat.

Die Initiative verwies darauf, dass es die Verbände mit Sorge erfülle, wie die Urheber immer mehr an den Rand urheberrechtlicher Debatten gedrängt würden. Deswegen sei es an der Zeit gewesen, dass die Ministerin die Urheber wieder in das Zentrum der Überlegungen gerückt habe. Insbesondere in der europäischen Diskussion werde der Stellenwert der Kreativen vernachlässigt. Die Initiative Urheberrecht mahnte zugleich weiteren Reformbedarf an. Nach wie vor seien die gesetzlichen Regelungen zu wenig geeignet, die wirtschaftlich schwache Position der Urheber zu verbessern. Dies zeige sich etwa an unzureichenden Bestimmungen zur Durchsetzung gesetzlicher Vergütungsansprüche, etwa beim Verleihrecht oder für privates Kopieren, aber durchaus auch im Verhältnis zu Verlagen und anderen Verwertern. Die Ministerin hat rechtliche Rahmenbedingungen in Aussicht gestellt, die Leistungsgerechtigkeit für Urheber und ausübende Künstler sichern. Die Initiative Urheberrecht erwartet, dass dabei die ideellen und materiellen Interessen der Urheber auch real in den Mittelpunkt des Urheberrechts gestellt würden. Bei der bevorstehenden Umsetzung des Gesetzesvorhabens müsse dies als Maßstab an Gesetzesvorschläge angelegt werden, so die Initiative.

Die Initiative Urheberrecht, ein Zusammenschluss von Verbänden der Urheber und ausübenden Künstler aus allen Bereichen des kreativen Schaffens, wurde vor 10 Jahren gegründet, um gemeinsam die Stimme der Urheber zu Gesetzesvorhaben zu artikulieren. Ihr gehören an:

Allianz deutscher Designer (AGD)
Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm e.V.
Bund Freischaffender Foto-Designer
Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler
Bundesverband der Pressebild-Agenturen und Bildarchive (BVPA)
Bundesverband Filmschnitt – Editor e.V.
Bundesverband Kamera (BVK)
Bundesverband Regie e.V.
Deutsche Orchestervereinigung (DOV)
Deutscher Designertag
Deutscher Journalistenverband
Deutscher Komponistenverband
Deutscher Tonkünstlerverband e.V.
Dramatiker-Union e.V.
FreeLens e.V.
Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA)
P.E.N.-Zentrum Deutschland
S/F/K - Verband der Szenenbildner, Filmarchitekten und Kostümbildner
Verband Deutscher Drehbuchautoren e.V.
Verband deutscher Schriftsteller in ver.di (VS)
Verband deutschsprachiger Übersetzer Literarischer und wissenschaftlicher Werke (VdÜ)Vereinigung deutscher Opernchöre und Bühnentänzer e.V. (VdO)
Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di)

DJV-Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit:
Hendrik Zörner

Bei Rückfragen: Tel. 030/72 62 79 20, Fax 030/726 27 92 13
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