Verband Deutscher Drehbuchautoren e.V. (VDD)

Der Rohstoff der medialen Kreativität – Geistiges Eigentum im Netz

Anlässlich des Tags des Geistigen Eigentums hatten gestern Mittag Urheber, die Film-, Musik- und Buchindustrie und Verdi in Berlin eingeladen zur Pressekonferenz "Diebstahl geistigen Eigentums im Netz: 5 vor 12 für die Kreativwirtschaft".

Peter Henning, VDD-Vorstandsmitglied, machte deutlich, dass der Rohstoff der „medialen Kreativität“ versiegt, wenn die Künstler nicht wertgeschätzt werden und dazu gehöre, dass sie von ihrer Arbeit leben können. Ohne die soziale Absicherung der Urheber werde die digitale Welt zu einer reinen Plattform für Hobbykünstler. Zur Freiheit gehöre auch der Respekt vor dem geistigen Eigentum und eine angemessene Honorierung der Leistung, wie immer die aussehen möge.

Dieter Gorny, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Musikindustrie (BVMI), forderte einen entideologisierten Dialog. Ohne eine solche Diskussion, die er auch "eine Straßenverkehrsordnung" nannte, gingen kulturelle Vielfalt und viele Arbeitsplätze verloren - und das, obwohl die "Creative Industries" einer der europäischen Leitmärkte sind!

"Kunst ist schön und schafft zum Glück Arbeit", so änderte Christiane von Wahlert den berühmten Satz von Valentin und drang auf für Regeln für das Internet. Auch sie forderte die Politik auf, sich beim Schutz des geistigen Eigentums zu engagieren, da die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO) sonst eine Verarmung der Gesellschaft sieht.
Jürgen Doetz (VPRT) setzte sich für mehr internationales Engagement ein und freute sich, dass so unterschiedliche Institutionen den Schutz des geistigen Eigentums fordern.

Alexander Skipis vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels forderte von der Bundesregierung ein klares Konzept zum Schutz des geistigen Eigentums und
zählte Länder auf, die schon Maßnahmen ergriffen haben. Er betonte auch, dass viele Nutzer nicht wissen, dass legale Nutzungen möglich sind. Im Übrigen solle bei illegaler Handlung verwarnt werden. Abschließend setzte er sich für verstärkte Aufklärung ein, vor allem in Schulen.

Verdi forderte eine angemessene Vergütung für Urheber. Es gehe um die Stärkung dieser, so Heinrich Bleicher-Nagelsmann, aber auch um Verbraucherschutz. Auch er betonte, dass die Gesellschaft sonst verarmt. Allerdings lehnt Verdi Netzsperren ab.

Die Teilnehmer der Pressekonferenz waren sich einig, dass die massenhafte Verletzung des Urheberrechts durch illegale Kopien die gesamte Kreativwirtschaft ernsthaft bedroht, da sie ihnen auch die Entwicklungsgelder für neue Werke nimmt und den Beteiligten damit die wirtschaftliche Grundlage entzieht.

Der VDD ist grundsätzlich für einen freien Zugang zu Informationen, gesteht aber auch jedem zu, selbst zu entscheiden, was er frei zur Verfügung stellt und was er vergütet bekommen möchte, um seine Existenz zu sichern. Auch die angemessene Vergütung sichert die Freiheit der Information, indem sie die Qualität einer sorgfältigen Arbeit ermöglicht.

Die kürzlich veröffentlichte und gestern bei der Pressekonferenz vorgestellte Studie zur Folge von Piraterie für den europäischen Arbeitsmarkt wird zeitnah bei uns abrufbar sein.