Verband Deutscher Drehbuchautoren e.V. (VDD)

Kulturrat kritisiert ARD/ZDF-Telemedienkonzepte

Kosten für Verwertungsrechte von Produzenten nur lückenhaft erfasst

(29.03.10) aus epd-medien : Die Sektion Film/Audiovisuelle Medien des Deutschen Kulturrats hat kritisiert, dass die Finanzierungsmodelle der Telemedienkonzepte von ARD und ZDF unvollständig seien. Die Kosten für die Abgeltung der Verwertungsrechte von Urhebern und Leistungsschutzberechtigten seien nur lückenhaft erfasst worden, schreiben die Film- und Fernsehschaffenden in einem Brief vom 16. März an die Gremienvorsitzenden der öffentlich-rechtlichen Sender.

In den Telemedienkonzepten von ARD und ZDF werde nur von einer geringfügigen Kostensteigerung für die finanziellen Aufwendungen ausgegangen, heißt es in dem Brief, der dem epd vorliegt. Geplant sei jedoch, die Werke von Urhebern und Produzenten durch die Internet-Auswertung viel umfangreicher zu nutzen als bisher. In der Mitberatungsvorlage des BR-Rundfunkrats zu zum Angebot „Das Erste.de“ heißt es, die Rechtekosten betrügen „0 Euro“, da diese im Rahmen von Paketverhandlungen erworben würden. Die Sender versuchten, die Urheber und Produzenten durch erweiterte Buyout- Regelungen zu zwingen, die Rechte ohne zusätzliche Vergütungen abzutreten, schreiben die Film- und Fernsehschaffenden.
Zugleich würden viele Sender einen großen Teil der von ihnen in Auftrag gegebenen Produktionen nicht mehr voll finanzieren. Angesichts der umfangreichen Verwertung im Internet - insbesondere in den Mediatheken - hätten die Urheber jedoch immer weniger Möglichkeiten, die Rechte anderweitig zu nutzen und so die Produktionen zu finanzieren.

In dem Brief werden die Rundfunkräte aufgefordert, die Telemedienkonzepte im Drei-Stufen-Test auch auf diese Fragen zu prüfen. In der Sektion Film/Audiovisuelle Medien im Deutschen Kulturrat sind neben der AG Dokumentarfilm acht weitere Interessenvertretungen von Regisseuren, Schauspielern, Drehbuchautoren und Filmschaffenden vertreten.

(dir)
aus: epd medien Nr. 21 vom 20.03.2010 · S. 13