Verband Deutscher Drehbuchautoren e.V. (VDD)

„Netzwerke und Verstrickungen: Was bedeutet der Fall Heinze für das Kulturgut Drehbuch?“ - Deutschlandfunk - 30.10.2009, 19:15 – 20:00 Uhr

Deutschlandfunk
Das Kulturgespräch: „Medienquartett – Medien und Medienpolitik zur
Diskussion“, Freitag, 30.10.2009, 19:15 – 20:00 Uhr

Vetternwirtschaft, schwarze Listen, Betrug: Der Sumpf, den die Affäre um die NDR-Fernsehspielchefin Doris J. Heinze offengelegt hat, ist tief. Jahrelang sollen sie und ihr Mann unter falschem Namen selbst Drehbücher geschrieben
haben, die die Redaktionsleiterin Heinze dann gleich abgenommen hat.

Deutsche Drehbuchautoren beklagen seit langem, dass es in der Branche eine
ausgeprägte Günstlingswirtschaft gebe. Diejenigen, die den Stoff für die
Fernsehgeschichten liefern, sehen sich selbst am Ende dieser Nahrungskette.
Die Methoden der NDR-Fernsehspielchefin seien nur die Spitze des Eisbergs
gewesen, so der Vorwurf der Drehbuchschreiber. Wer unliebsam auffiele, sei
bei den Sendern als Autor unten durch. Wer das Geld für die Produktionen
hat, hat die Macht, Quote geht vor Qualität.

Doch wie berechtigt ist diese Kritik? Autoren gibt es viele, nicht jeder
liefert Qualität, und der Markt der fiktionalen Stoffe für das Fernsehen ist
gesättigt. Irgendwie muss eine Auswahl getroffen werden. Der NDR hat seine
Redakteurin entlassen, in dieser Woche steht der erste Gerichtstermin an.
Juristisch wird die Affäre also aufbereitet. Doch welche Konsequenzen zieht
das öffentlich-rechtliche Fernsehen aus diesem Fall? Welche Folgen hat die
Affäre Heinze für das Kulturgut Drehbuch? Lernt die Branche aus ihren
Fehlern?

Es diskutieren:
- Manfred Bissinger, Publizist, Hoffmann und Campe
- Prof. Fred Breinersdorfer, Tatort-Autor und Rechtsanwalt
- Hans Janke, ehem. Fernsehspielchef des ZDF
- Uwe Kammann, Direktor des Adolf-Grimme-Instituts
Moderatoren: Hans-Jürgen Jakobs, sueddeutsche.de und Christian Floto, Deutschlandfunk